Benefiz-Konzert für Partnerschule in Ghana am 30.1.2020

Das Engagement für Menschen, die nicht so einen privilegierten Zugang zu Bildung haben, hat an unserer Schule lange Tradition.
Seit 2014 verfestigt sich der Gedanke eines Ausbaus des ehrenamtlichen Engagements an unserer Schule, nicht zuletzt entscheidend angestoßen durch den Service-Gedanken im IB-Programm. Dieses Programm ermöglicht einen internationalen Abschluss, das Internationale Baccalaureate, zusätzlich zum deutschen Abitur. Eines der IB-Fächer ist ein Servicefach, für das man Engagement auch nachweisen muss.
Die IB-Schülerinnen und -schülern wendeten sich 2015 der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Hardtberg zu, und Schülerinnen und Schüler, die auch schon in den Jahren davor im Stadtteil aktiv gewesen waren, engagierten sich gemeinsam mit ihnen im Welcome-Café. Sie betreuten Kindern spielten und gaben Nachhilfeunterricht.
Im Januar 2017 fand an unserer Schule dann ein erstes IB-Benefizkonzert unter dem Titel „Music that unites“ statt und der Erlös konnte für die Flüchtlingshilfe im Stadtteil gespendet werden. Der Generalanzeiger berichtete.
Durch die von Frau Dr. Bohlen angestoßene Teilnahme an der „Aktion Tagwerk – Dein Tag für Afrika“ am 1.7.2019 waren insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler auf den Geschmack gekommen und durften erfahren, wie schön es ist, sich einzusetzen und zu geben – in einer Welt, in der es fast immer nur um das Nehmen geht. Sie verließen für einen Tag die Schule und begaben sich ins Arbeitsleben. Ihren erwirtschafteten Lohn konnten sie zu diesem Zeitpunkt bereits unserer seit gestern auch offiziellen Partnerschule spenden, die dafür endlich dringend benötigte Bücher kaufen konnte.
Diese Schule, Emil’s Care Academy in Ghana wurde gegründet von der ehemaligen Gastmutter unserer Musiklehrerin, Frau Emelia Tenkorang. Frau Hellwege und unsere Lehrerin, die sich die Organisation von ehrenamtlichem Engagement zur ihre Aufgabe gemacht hat, Frau Dr. Bohlen, erkannten sofort: Die Motivation, sich für unsere Partnerschule einzusetzen, ist besonders hoch, denn natürlich ist es viel schöner, nicht anonym zu spenden, sondern tatsächlich einen menschlichen Partner oder viele davon an einem einzigen Ort zu haben; der persönliche Bezug macht die Bemühungen und den Einsatz so unmittelbar und konkret. Unsere Schülerinnen und Schüler dürfen nun erfahren, wie befriedigend es ist, eine Partnerschaft aufzubauen und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben – nach wie vor wohl die sinnvollste Art und Weise, Entwicklungen zu unterstützen. Es ist uns auch daran gelegen, dass sich persönlich Bindungen über Brieffreundschaften auf Englisch entwickeln.

Es macht mich als Schulleiterin sehr stolz und berührt mich, dass die IB-Schülerinnen und Schüler nun schon zum zweiten Mal ihr großes soziales Engagement bewiesen und auch diesen Abend nahezu ganz allein auf die Beine gestellt haben, um anderen Menschen zu helfen. Und viele unserer Schülerinnen und Schüler beteiligten sich und halfen mit, indem sie sangen, Klavier spielten, tanzten, im Vorfeld nähten und im Hintergrund wirkten.

Da wir nun den Partnerschaftsvertrag unterzeichnet haben, der bereits zuvor in Ghana unterzeichnet wurde, wird das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler künftig überwiegend in diese Richtung gehen, besonders nachdem sie die Video-Botschaft der Kinder dort gesehen haben und deren Freude über den Kauf neuer Bücher. Wir denken, dass über dieses Hilfeprogramm als Nebenwirkung unseren Kindern deutlich wird, wie kostbar Bildung ist und wie privilegiert wir leben dürfen.

Mit Stand 31.1.2020 wurden 1487,- EUR durch Spenden und Verkauf selbst gebastelter Produkte aus ghanaischem Stoff eingenommen, die nun der neuen Schule in Afrika zu Gute kommen.

Dr. Dorothee von Hoerschelmann
Schulleiterin

Bericht im Bonner Generalanzeiger

Fotos: Jannik Muders / David Heitz